TEIL IV Haltbarkeitsdatum - Beziehung

AB WANN BEGINNT EINE BEZIEHUNG?

Wenn beide Seiten eine gemeinsame Basis finden und gemeinsam ja dazu sagen. 

BEINHALTET EINE BEZIEHUNG EIN AUTOMATISCHES ZUSTIMMEN FÜR ALLES?

Je nachdem, was Ihre Basis ist. 

Haben Sie zum Beispiel eine Beziehung zu …

… einem VERKÄUFER, 

 sagen Sie „Ja“ zu jahrelanger Verbundenheit und Ortsnähe, jedoch nicht zu Produkten mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum. Hier stellen Sie sich die Frage:

In Welchem Verhältnis steht die Ortsnähe zur Qualität der Angebote?
Wie reagieren Sie auf andauernd abgelaufene Ware?
Ab wann suchen Sie sich ein neues Geschäft?

Wenn Sie die Schnauze voll haben, gehen Sie dort nicht mehr hin und kaufen an einem anderen Ort ein. Im besten Fall bedanken Sie sich bei dem Verkäufer für die letzten Jahre, die geprägt waren durch Freundlichkeit, die Bereitschaft, alles für Sie als Kunden zu besorgen. Immer die Tür zu öffnen, wenn Sie knapp vor Ladenschluss noch etwas kaufen wollten und für den regen Austausch auch über private Belange. Vielleicht haben Sie sogar den Mut und die Offenheit, dem Verkäufer mitzuteilen, weswegen Sie ein neues Geschäft auswählen. Ohne Vorwürfe, ohne Niedertracht oder Ekel. Ein aufrichtiges Geschenk, um dem Verkäufer zu ermöglichen, sich selbst zu reflektieren und ggf. sein Leben zu bereichern. 

Vielleicht verdrängen Sie auch die letzten Erlebnisse und gehen einfach stillschweigend und hoffen innerlich diesem Verkäufer nicht mehr zu begegnen, um nicht in Erklärungsnot zu geraten.

Im härtesten Fall gehen sie und reden bei jeder Gelegenheit schlecht über den Verkäufer, das Geschäft und die abgelaufene Ware. Und, um noch einen oben drauf zu setzen, veröffentlichen sie online als anonymer Autor Aussprüche, die mehr als üble Nachrede sind. 

Was glauben Sie, wie lange er seine Existenz finanziell noch erhalten kann?

… IHRem ARBEITSKOLLEGEn,

 sagen Sie „Ja“ zur Arbeitsteilung, um das Projektziel zu erreichen, jedoch nicht zur Hinterhältigkeit des Kollegen, der ihren Arbeitseinsatz boykottiert. Hier stellen Sie sich die Fragen:

In welchem Verhältnis steht das Projekt zu den hinterhältigen Attacken des Kollegen?
Wie reagieren Sie auf heimliche und subtile Hinterhältigkeiten?
Ab wann suchen Sie sich ein neues Team, in dem Sie gewinnbringend ihr Wissen zur Verfügung stellen dürfen?

Wenn Sie sich nicht mehr wohl fühlen, suchen Sie sich ein anderes Team. Im besten Fall haben Sie in einem offenen Gespräch mit ihrem Kollegen ihre Wahrnehmung angesprochen. Womöglich haben sie sich sogar noch gefragt, was ihn bewegt hat, sich Ihnen gegenüber in einer solchen Form zu verhalten. Es kann sein, dass Sie mehrfach dieses Gespräch gesucht haben und am Ende durch einen Dank und die Vorzüge dieser Person das Team verlassen haben. Vielleicht haben Sie über die Zeit alles in sich aufgenommen und sich einfach aus dem Staub gemacht. 

Im härtesten Fall hetzen Sie alle anderen Kollegen gegen ihn auf, beginnen zu taktieren, motzen zu Hause über den Kollegen tagein tagaus und verlassen schlussendlich das Team.

Was glauben Sie, wie lange andere Kollegen ihm offen begegnen werden?

… IHRem GESCHÄFTSPARTNER,  

sagen Sie „ja“ zu der Vision einer Unternehmung, jedoch nicht zu der Bevormundung des Partners, der Sie auch noch im Wirtschaftszweig Glaubwürdigkeit kostet. Hier stellen Sie sich die Fragen:

In welchem Verhältnis steht die Vision zu den fehlenden Aufträgen durch die Unglaubwürdigkeit? Wie reagieren Sie auf die Bevormundung?
Ab wann lösen Sie die Vereinbarung, um mit einem anderen Partner auf Augenhöhe zu agieren?

Wenn Sie merken, dass der Wunsch nach Selbst-stehen nicht vorhanden ist und Sie wieder in der Mühle der Entmündigung sind. Im besten Fall haben Sie sich einen Partner ausgesucht, der mit Ihnen alles auflöst und Sie sich gegenseitig noch einmal sagen, was das Besondere an dem anderen ist und sich für alles, selbst für die lehrreichen Erfahrungen, danken. 

Vielleicht verdrängen Sie auch alles, machen die Umstände dafür verantwortlich und tauschen den Partner aus. 

Im härtesten Fall machen Sie ihm Vorwürfe, streiten sich über Unternehmensanteile und machen ihn schlecht in der Branche.

Was glauben Sie, wie offen andere für seine Visionen sind?

… IHRem FREUND,

sagen sie „Ja“ zur gemeinsamen Leidenschaft Sport, jedoch nicht zum neuen Hobby Rauschmittel. Hier stellen Sie sich die Fragen:

In welchem Verhältnis steht die Freundschaft zu dem Konsum der Rauschmittel?
Wie reagieren Sie auf dauerhafte Angebote des Freundes, Rauschmittel selber einmal auszuprobieren?
Ab wann verabschieden sie sich von ihrem Freund der im Begriff ist, sich aufzugeben?

Wenn Sie die Gefahr verspüren, selber in den Strudel der Abhängigkeit und Selbstaufgabe zu geraten. Im Besten Fall begleiten Sie Ihren Freund durch Höhen und Tiefen, auf Distanz und leisten ihm Hilfe zur Selbsthilfe. Sie stellen ihm Fragen, laden ihn ein, sich einmal mit folgenden Themen zu beschäftigen, begleiten ihn zu Selbsthilfegruppen, Therapeuten und Entzugskliniken und sagen ihm, warum Sie ihn als Mensch schätzen. 

Vielleicht tun Sie so als sei nichts los.

Im härtesten Fall sind Sie angewidert von seinem jämmerlichen Leben, seiner kümmerlichen Gestalt und seiner Antriebslosigkeit, ignorieren seine Bedürfnisse und sagen ihm andauernd er soll sich zusammenreißen, denn schließlich tun das ja alle. Sie reden schlecht in Ihrem Freundeskreis über ihn.

Was glaube Sie, wie viele Menschen er am Ende noch um sich hat, die ihm Hilfe zur Selbsthilfe anbieten?

… IHREn ELTERN,

sagen sie „Ja“ zu der immer offenen Tür, jedoch nicht zur aktiven Einmischung in ihr Leben. Hier stellen Sie sich die Fragen:

In Welchem Verhältnis steht der Wunsch sich selbst zu erfahren, zu dem "Geschwätz" Ihrer Eltern?
Wie reagieren Sie auf aktive Einmischung Ihrer Eltern?
Ab wann werden Sie stur und ziehen Ihr Ding durch?

Wenn Sie die guten Ratschläge schon beten können, machen Sie die Türe hinter sich zu und wissen im besten Fall, dass Ihnen Ihre Eltern diese jederzeit wieder öffnen. Sie bedanken sich bei ihnen und sagen ihnen, dass Sie die Sorge verstehen können, dass Sie schmerzen erleiden könnten und bitten darum, Ihr eigenen Leben führen zu dürfen. Auch Sie wissen nicht, was auf Sie zukommt und doch werden Sie dankbar sein, wenn Ihnen Ihre Eltern jederzeit die Tür öffnen. 

Vielleicht machen Sie ihr Ding und tun so, als würden Sie ihren Eltern zuhören.

Im härtesten Fall brechen Sie mit Ihren Eltern und machen diese für jeden Fehltritt verantwortlich.

Glauben Sie, Sie würden existieren, wenn es Ihre Eltern nicht gäbe?

 … IHRem KIND,

sagen sie „Ja“ zur bedingungslosen Liebe, jedoch nicht (ACHTUNG, HIER FEHLT DIE ANTITHESE, sagt ein Freund von mir..fällt Ihnen etwas dazu ein?) Hier könnten Sie sich die Fragen stellen:

In welchem Verhältnis steht meine bedingungslose Liebe zu den Vorstellungen, wie Kinder zu erziehen sind?
Wie reagieren ich auf Ratgeber und Weisungen, wie Kinder zu sein haben?
Ab wann geben ich mein Kind auf, um mache das was alle machen?

Im besten Fall lassen Sie es von Anbeginn so wie es ist und leben ihm vor welche Regeln in der Gemeinschaft überlebensfähig sind.  Sie authentisch ihr Leben leben und das Kind sich anschauen kann, wie Sie leben jedoch nicht gezwungen wird, dies zu adaptieren.  Sie ihm die Hand reichen, wenn es hinfällt, damit es sich selber überlegt, diese anzunehmen oder aus eigener Kraft aufzustehen. Dass Sie einfach nur da sind. Dass Sie den Rahmen stecken, in dem es Lachen und Leben lernt. Und wenn es einmal weint und wütend ist, den gleichen Raum dafür bekommt. 

Vielleicht lassen Sie es auch einfach in Ihrem Alltag mitlaufen und erwarten, dass es versteht, worum es geht.

Im härtesten Fall erlebt es die gleichen Peinigungen, denen Sie als Kind und nun als Erwachsener ausgesetzt sind und lernt, sich den Regeln aller überanzupassen, um zu gefallen. Sollte es zu sehr rebellieren, beginnen Sie emotionale Bestrafungen und sagen dem Kind: „So wie du bist, bist du nicht in Ordnung. Ich hab dich nur lieb, wenn…“

Was glauben Sie, wie laut ihr Schrei nach Gesehen werden, nach Anerkennung und Liebe sein wird?

 … IHRem LIEBESPARTNER,

sagen Sie vielleicht „Ja“, zum ersten, zweiten und dritten Eindruck (z.B.Charme,Gutmütigkeit, Sicherheit), jedoch nicht zur eigentlichen Person (komplexes Wesen). Hier stellen Sie sich die Fragen:

In welchem Verhältnis stehen die guten Eindrücke zur ganzheitlichen Person?
Wie reagieren Sie auf tiefliegende Wunden, Unzufriedenheit und Komplexe?
Ab wann beginnen Sie, Ihren Partner zu beschneiden?

Wenn Sie an einer Illusion, einer Vorstellung und Teilbereichen des Partners kleben bleiben, beginnen Sie zu erziehen und zu bevormunden, statt loszulassen oder bedingungslos zu lieben. Im besten Fall haben Sie sich zu Beginn notiert, warum sie diesen Menschen als Partner wählten und haben ihm GESAGT, was ihre Wünsche, Erwartungen und Vorstellungen sind. Über die Jahre hinweg haben sie immer einen Abgleich dessen gemacht, wo Sie selber heute stehen, was Sie heute benötigen und ob die Basis immer noch stimmig ist. Sie sind in regelmäßige Gespräche mit dem Partner gegangen und haben ihm ebenfalls die Möglichkeit des Abgleiches und der Aussprache geboten. Mit der Zeit haben sie ggfs. erkannt, dass ihr Partner nicht alles erfüllen kann und sollte. Sie berufen sich immer auf die Basis. Merken Sie, dass die Basis verschwunden ist durch veränderte Lebensumstände, lassen sie los in Respekt und Dank dessen, was beide verband. Es kann sogar sein, dass Sie eine andere Art der Beziehung finden. 

Vielleicht nehmen Sie auch alles hin, suchen sich die bestmöglichen Gelegenheiten, rauszubekommen, was Ihre Bedürfnisse stillt und trennen sich.

Im härtesten Fall lieben Sie die zuerst erkannten Eigenschaften, bewundern und beneiden gleichzeitig. Mit der Zeit beginnen Sie sich zu ärgern, z.B über die Bequemlichkeit und schmieren es ihrem Partner andauernd aufs Brot. Es schleift sich ein, wie das tägliche Zähne putzen. Sie nehmen beide diese Anmerkung schon gar nicht mehr wahr. Die nächsten unangenehmen Eigenschaften kommen hinzu. Gegenseitige Vorwürfe werden zum Mittelpunkt der Beziehung. Sie beschweren sich bei Freunden, schleppen ihre Sorgen mit auf die Arbeit, sprechen jedoch nur in der Sprache der Stimmungsschwankungen. Motzen über die ganze Welt und machen andere für alles verantwortlich. Irgendwann entscheiden Sie unbewusst, dass etwas zur Ablenkung her muss. Vielleicht Heiraten, ein Kind, und wenn es schon regelrecht gegen den Wind stinkt ein Hauskauf. Das Problem dabei: die Themen werden nicht verschwinden. Sie gammeln vor sich hin. Sie gammeln in sich. 

 Wie es Ihrem Partner und Ihnen wohl mit einer im Raum stehenden Lüge geht? Wie wenig dieser sich wohl noch selber glauben kann?

…IHRem INNEREn,

 sagen Sie „Ja“ zu dem Leben in ihrer Vorstellung, jedoch nicht zum Leben in Ihrer Realität. Hier sollten Sie sich die Fragen stellen:

In welchem Verhältnis steht Ihre Vorstellung zu Ihrer Realität.
Wie reagieren Sie auf die innewohnenden Bedürfnisse, Träume und die unterdrückten Schreie nach Leben?
Ab wann beginnen Sie, sich als WERT-VOLL und BESONDERS zu sehen?

Wenn Sie sich nicht leiden können, können Sie sich zwar im Außen suchen, doch im Endeffekt müssen nur Sie sich 24 Stunden am Stück Er-Tragen. Sie können motzen, schreien, fluchen und vieles mehr und all dies nach außen tragen - das Thema wird das gleiche bleiben. Sie verletzen sich nur selbst. Sie können alles verlassen, Sie können alles erziehen, sich in Urlauben, Erlebnissen und Personen aufhängen, Sie können jedoch nicht vor sich davon laufen. Sie sind immer jeden Moment mit sich in einer Beziehung. Und der Umgang mit ihrer Umgebung kann Ihnen zeigen, wie Sie sich selbst behandeln. Im besten Fall sind Sie im „Jetzt“ bewusst und beachten sich und den anderen auf Augenhöhe, erkundigen sich, machen Themen transparent und lösen die aktuelle Situation auf. Geben Sie sich die Möglichkeit, sich bewusst damit auseinanderzusetzen und die Erfahrungen bewusst zu verarbeiten - und zwar in ihrem Tempo.

Oder im härtesten Fall verpacken Sie alle Erfahrungen und Gefühle in Kartons, stellen diese in sich ab (wie in einem Keller) und tun so als ob noch genug Luft und Platz wäre, bis er überquillt. Dann beginnen Sie zu motzen über die geringe Größe des Kellers und über die Nachbarn, die schließlich viel mehr Platz haben. Sie ziehen immer wieder um, um sich nicht mit dem Platzproblem auseinander setzen zu müssen. Natürlich schauen Sie nicht in die Kartons, denn das würde Zeit in Anspruch nehmen und gegebenenfalls dreckige Finger bedeuten. Sie bleiben einfach in Bewegung oder ziehen die Decke über den Kopf. Hauptsache nicht hinschauen und am besten dem Außen den Krieg erklären. Sie ärgern sich innerlich grün, dass Sie jetzt auch noch ihrem Freund angeboten haben ihren Keller mitzubenutzen, ihm einen Gefallen zu tun, sich dann auch noch anzupassen, was den nächsten Umzugstermin betrifft, damit Sie die Kartons nicht alleine schleppen müssen und zum Schluss erhalten Sie auch noch Vorwürfe, dass Sie krank im Bett liegen. Innerlich ersticken Sie und versuchen auf dem morschen Fundament ein Prachthaus aufzubauen, statt einmal die Kartons durchzusehen und auszumisten. Hören Sie auf, die Außenwelt für ihre Überanpassung, Komplexe, Selbstzwänge und gefühlte Wertlosigkeit verantwortlich zu machen. Hören Sie auf, sich zu verachten, sondern beginnen Sie einmal bewusst sich selbst und der Außenwelt zu begegnen und sich über die Schönheit in sich und um sich zu freuen. 

Hören Sie auf, im Widerstand mit dem zu stehen, was eh schon in ihrem Leben ist!

Im Grunde ist Ihr Beziehungspartner nur der Teil, der ihnen den Spiegel vor die Nase hält, um sich zu erkennen. Um ihre Schmerzgrenzen zu erfahren und ihre Muster aufzudecken. 

Fasse ich die 4 Teilige Reihe zusammen, stelle ich als manifestierende Aussage fest,

  • dass Maschine und Techniken eine perfekte Symbiose bilden können, 
  • dass Menschen unendlich schön sind, sofern sie ihre Potenziale hingebungsvoll aus-leben
  • dass Beziehungen wie ein Blumenbeet sind
  • dass verdrängte Gefühle wie ein unaufgeräumter Keller wirken
  • dass ich mich mit meiner eigenen Welt in denen der anderen bewege und mich selber nicht verlassen kann! Somit ist es egal, ob ich reise oder zu Hause bleibe - der eigentliche Kick, mich selbst zu Lieben bleibt mir überlassen,
  • dass das höchste Gericht nicht das andere ist, sondern ich selbst,
  • dass man sich mit Selbstkasteiung vernichten kann und man durch die selbstentflammten Höllenfeuer seine eigene Zerstörung ist.

Wozu brauchen wir den Krieg noch im Außen, wenn wir in der Lage sind, uns selber zu zerstören?
Nelson Mandela sagte schon:
„Es ist nicht die Dunkelheit vor der wir uns fürchten, sondern das Licht in uns!“

LESEN SIE AM 17.02.15 UM 13:10H

EINE HOMMAGE an ... MIT DEM TITEL ALLES WIRD GUT