Im Rausch zum Erfolg?

Wie wunderbar ist es, in vollkommener Zufriedenheit seinen Tag abschließen zu können. Welche Erfüllung es in einem auslöst, zu seiner und anderleuts Zielvorgabe vorgedrungen zu sein und jegliche Erwartungen übertroffen zu haben.

Wissen Sie, warum Sie diesen Anspruch an sich selber stellen? Was haben Sie davon? 
Ist es vielleicht...
....ein perfektes Essen...
...einen perfekten Vorgarten zu haben...
...in einer perfekten Ehe zu leben...
...ein Vorzeigekind zu zeugen...
...ein perfektes Arbeitsergebnis hervorzubringen...
...einen perfektes CV vorzuweisen...
...oder das Streben, ein perfekter Mensch, eben ein Alleskönner, zu sein?

Nur - zu welchem Preis?

Rollen wir das Feld einmal von hinten auf und verpacken es in ein vollkommen von der Realität entferntes Bild. Die Situation ist wie folgt: Sie stehen morgens vor dem Spiegel und freuen sich über den frisch abgeschlossenen Arbeitsvertrag, in dem einvernehmliche Abmachungen abgezeichnet sind, und Sie glauben auf Augenhöhe zu agieren. Sie und das Unternehmen haben ein gemeinsames Ziel. Sie sind voller Motivation, wollen alles voller Hingabe geben, weil dieses Unternehmen genau Ihren „Vorstellungen“ entspricht. Sie  gehen davon aus, dass Sie genau für das eingestellt wurden, für das Sie einen so harten Weg gehen mussten. Ihre Arbeit ist mit täglich wechselnden Aufgaben versehen und mit den meisten Kollegen und Vorgesetzten ist ein entspannter Umgang möglich. Sie fühlen sich anerkannt über jede zusätzliche Arbeit und durch die 4-Augen-Gespräche mit der Unternehmensspitze.

Es beginnt eine Zeit, in der Sie mit ein paar Sonderaufträgen betraut werden, denn durch Ihr professionelles Auftreten, die Vermittlung Ihrer Kompetenz und Ihre Friedfertigkeit, die Aufgaben zur vollkommenen Zufriedenheit aller zu erledigen, vermittelt Vertrauen.

Sie fühlen sich geschmeichelt. Natürlich machen Sie das gerne, denn diese Sonderstelle hätte jeder gerne. Stimmt´s?

Wissen Sie auch warum? Sicher nicht? Oder haben Sie nur noch nie bewusst darüber nachgedacht?
Ah, ich verstehe, Sie hatten noch keine Zeit auf der Autobahn des Lebens anzuhalten, denn Sie haben gerade erst in den 5. Gang geschaltet und nehmen volle Fahrt auf.

Wunderbar, dann steigern wir das Tempo. Die genannten Sonderaufträge sind planbar. Erst sind es 4-5 Stunden pro Monat, dann 4-5 Stunden pro Woche bis hin zu täglich verlängerter Arbeitszeit. Ja, sicher, jeder, der etwas werden will, macht diesen Prozess durch und auch alle Ihre  Kollegen kennen diesen Weg. Klar, halten Sie das Tempo von 150 km/h auf der Autobahn um mitzuhalten.  Auch ihr Partner hat für ihr Arbeitsaufkommen Verständnis, denn es geht schließlich um IHRE SICHERHEIT, um IHRE ZUKUNFT und um IHRE INDIVIDUELLE ENTFALTUNG.

Sind Sie sicher? Werden Sie wirklich für das gesehen, was Sie so besonders macht und Ihnen leicht von der Hand geht? Ist die Basis wirklich so stabil, dass sie einem Windstoß auf der kommenden Brücke standhalten kann?

Die ganzen Meilen auf Hochtouren haben Erfolg. Sie erhalten ein Angebot auf DIE Stelle. Dort wird alles besser und viel leichter. Denn Sie wissen ja nun, wie lange das Auto auf Hochtouren durchhalten kann. Was Sie bedenken sollten, dass Sie einen neuen Wagen geschenkt bekommen, passend zu der hochwertigen und anerkennenden Position. Wollen Sie den Wagen wirklich fahren? Oh ja, denn der Wagen sieht wunderschön aus. Er glänzt richtig in der untergehenden Abendsonne. Ja, DEN wollen Sie fahren. Natürlich müssen Sie noch lernen, damit umzugehen aber die Geschwindigkeit ist soooo reizvoll und herrlich. Selbstverständlich müssen Sie noch abklären, ob der Kindersitz und der Partner in das Auto passen. Oha, es ist ein Porsche. Nun gut, das passt nicht ganz, aber es gibt bestimmt eine Möglichkeit. Nach Rücksprache zuhause wird geklärt, dass Partner und Kind mit dem Familienauto fahren. Also, nein Herr Vorgesetzter, die neue Position stellt kein wirkliches Problem da. Denn Sie bieten flexible Arbeitszeiten und Homeoffice und andere Annehmlichkeiten an, die Ihre Augen funkeln lassen. Natürlich erhalten Sie ein Blackberry, so dass Sie nicht anhalten müssen, sondern volle Fahrt voraus Ihr Bestes geben können.
Sie haben das Auto, in dem Sie sitzen, nun einigermaßen verstanden und pesen jetzt mit 200 Sachen von einem zum anderen. An Ihr Arbeitsaufkommen der letzten Monate konnten Sie sich gewöhnen, und auch die Überstunden gehören schon in Ihren Alltag. Definitiv hat jeder Verständnis für die Babypause, die Sie für Ihr weiteres Kind einlegen möchten, denn schließlich hat das Unternehmen eine hervorragende Familienpolitik. ABER BITTE NICHT LÄNGER ALS....

Sie steigen, früher als erwartet, wieder ins geliebte Auto und starten den Motor. Sie haben es schon richtig vermisst, so schnell zu heizen. Wichtig zu sein und alles unter einen Hut zu bekommen. Auf der Arbeit hat sich etwas verändert. Sie wissen noch nicht was, aber Sie sind nach einigen Tagen tiefenentspannter Haltung wieder auf Vollgas getreten und holen die vermeintlich versäumten Dinge nach. Auch gerne mal am Wochenende, wenn Ihre Freunde neben Ihnen sitzen, sich entspannt unterhalten und die Freizeit genießen. Sie hören noch das Lachen vom Nachbarzimmer, während Sie schon damit beschäftigt sind, die E-Mail zu bearbeiten, die Sie gerade ereilt hat. Sie überlegen, das aufkommende Problem sofort oder am nächsten Tag zu klären. Von innerer Entspannung keine Spur, auch wenn Sie sich wieder mit einem Glas Wein dazugesellen.

Merken Sie schon, dass die Bremsblöcke ihrer Geschwindigkeit keinen Halt mehr bieten können? Ist Ihnen Ihr hohler Blick bewusst? Sehen Sie wirklich noch etwas anderes als die Autobahn und die Höchstgeschwindigkeit?

Selbstverständlich ist der Erwartungsdruck, sich selbst und dem anderen zu genügen und die unausgesprochenen Wünsche zu erfüllen, extrem hoch. Mit dem wachsenden Druck kommen die ersten Verschleißerscheinungen. Vielleicht ist es die Migräne, die Magenschmerzen oder eine Erkältung. Ach, alles kein Thema Sie fahren zur Apotheke, holen sich Medikamente und fahren mal etwas langsamer. Auto abstellen? Nein, kommt nicht in Frage. Niemals! Weiterhin steigen Sie müde in den Wagen und freuen sich auf etwas Ruhe. In dem Moment erkennen Sie, dass die Zielvorgaben in Ihrem Leben verändert wurden.

Durch wen? Durch Andere? Wirklich?


Ihnen wird bewusst, dass der Wunschkatalog wächst und der Aufwand kaum mehr messbar ist. Egal, die Autos neben Ihnen fahren auch so schnell und es gibt welche, die noch schneller fahren. Das Bedürfnis nach Ruhe steigt, der Körper fährt Achterbahn.

Wann man es merkt? Wie man es erkennen kann?
Es kann sich in einer Vielfalt widerspiegeln, die so facettenreich ist, wie die Menschen.

Sie fahren immer noch mit 200 Sachen Ihren Weg, doch jetzt fahren Sie auf die Brücke und der Wind will Sie von ihrem Weg abdrängen. Spüren Sie, wie schwer es ist, diesen Wagen auf Dauer bis an seine Grenzen zu bringen? Wollen Sie nicht einmal rechts ranfahren? Nein? Ok, dann überqueren Sie die Brücke und kaufen noch eben schnell ein und besorgen Sie die gewünschten Magazine. Plötzlich stehen Sie im Supermarkt und sehen kaum mehr appetitliche Produkte. Sie kaufen ein, was ihnen aufgetragen wird. Sie spüren, dass Sie innerlich vollkommen überfüllt sind und gar KEINEN HUNGER mehr haben. Bei den Magazinen wissen Sie schon gar nicht mehr, was Sie mitbringen sollten. Sie schauen mit einem stumpfsinnigen Blick ins Leere und greifen nach irgendetwas im Regal. Es ist gleichsam so, als würden Sie schlafwandeln. Sie steigen wieder in Ihr Auto und fahren nach Hause.

An einem Freitag, an dem Tag vor dem ersehnten Urlaub, fahren Sie immer noch mit 200 km/h auf der Autobahn. Sie erhalten einen Anruf. Es ist eine Situation, die Sie nicht unter Kontrolle haben, und mit 200 Sachen AUS DER KURVE FLIEGEN. Vielleicht war es Ihr Partner, der Sie verlassen hat, vielleicht die Depression, die Sie mehrere Monate an eine Klinik bindet oder eine physische Erkrankung. Es kann auch sein, dass man Sie dabei erwischt hat, wie Sie sich Alkohol in Ihren Kaffee mischten, oder Ihr Arzt Ihnen nun ständig Schmerzmittel verschreibt, weil es eine Möglichkeit ist, sich selber vorzumachen, dass Medikamente keine Drogen sind. Vielleicht braucht man Sie nun auch nicht mehr auf Ihrer bisherigen Position, weil es einen gibt, der noch schneller fahren kann.
Egal, was es ist, das Leben sagt Ihnen: „Halten Sie an und schauen einmal, um welchen Preis Perfektion eingefordert wird“. Von wem? Was, Sie wissen es immer noch nicht? Sie sehen sich immer noch als Opfer der Gesellschaft?

Sicher?

Können Sie sich vorstellen, DEN FUSS EINMAL KURZ VOM GAS ZU NEHMEN und einen Blick in den Rückspiegel zu wagen?

Haben Sie das Bedürfnis nach einem FREY-Raum in dem Sie erkennen können, was Sie so rasen lässt und welche Möglichkeiten es gibt, weiterhin auf der Autobahn zu fahren ohne zu verunglücken? Suchen Sie sich einen für sich passenden Weg mich zu kontaktieren. E-Mail, Anruf, Facebook oder Rauchzeichen. Ich werde es verstehen.